Der Himmel
ist nicht von schlechten Eltern,
aber sehr labil.
Ich habe ihn
ins Bett gehen sehen
mit einer Flasche Rotwein.
Ein wenig wankte er
und weinte gegen die Sonne.
Sein Regenbogen war ausgeblichen.
Während er schlief,
hielt ich ihm die Wolkenungetüme vom Hals,
die ihm Angst machten.
Als er erwachte, flüsterte er,
er sehne sich nach dem Paradies.
So weit sei er davon entfernt
und wisse es nicht zu finden.
Wir suchten beide, fanden nichts
und wurden uns immer fremder.
Am Ende teilten wir nur
die Verwunderung über den Seetang,
nach dem wir zu riechen begannen.
Wir waren beide
nicht vom Meer
Nachwort von Albert von Schirnding Umschlagsmontage: Titelbild von Nosch "Jürgen Bulla ist mit Sicherheit ein Name, den es sich zu merken gilt, wenn es um anspruchsvolle, aber genauso lockere, sinn- und sprachgewandte Lyrik geht." Munich-Online, Nov. 1999