Ich erwache. Irgend etwas ist seltsam heute morgen. Es sind keine Vögel
da, überhaupt ist alles so grau. Doch ich lebe in der Stadt. So lange,
daß ich mich kaum mehr an das Landleben erinnern kann. Oder doch...
? Mein Kopf pocht von innen, als wollte man ihn gerade aufpumpen. Daher
denke ich besser nicht, an nichts, die Leere. Woran? Mein Kopf...
Jetzt erst bewegte er seinen linken Fuß, um festzustellen, ob er
noch seiner Kontrolle unterstünde, und richtete sich, überzeugt
von seiner Einsatzfähigkeit, auf. Irgend etwas wich heute, an diesem
Morgen, vom Normalen ab; er wußte nicht, was es war.
Sein Blick glitt an den kahlen Wänden entlang zum Schrank. Er ließ
ihn kurz verweilen und entsann sich des Augenblicks, als er dort den Hakenkreuzaufkleber
angebracht hatte. Gleich daneben war ein Foto der Jugendgruppe befestigt,
in der er stolzes Mitglied war. So viele schöne Erinnerungen, schoß
es ihm durch den Kopf, die Kameradschaft, das körperliche Ertüchtigen...
Der Aufkleber war fast in die Mitte einer der beiden Schranktüren
geklebt, das Bild hing schief. Aber wer achtet schon auf solche Kleinigkeiten.
Doch fühlte er sich leer und erschöpft, obwohl er gestern nichts
vollbracht hatte, was diesen erschöpfungsgleichen Zustand rechtfertigte...
ein paar Treffen, Lesen, Schule... wahrscheinlich eine Krankheit.
Mit einem Ruck stieg er aus dem Bett, schwankte etwas, so daß er
sich kurz festhalten mußte; nach vorne gebeugt verharrte er ein
paar Sekunden, doch dann spürte er die Kraft, die ein jeder Arier
in sich hat, wie sie seinen ganzen Leib durchfloß.
Ich bin noch nicht ganz wach, das Pochen an die Scheibe... mal sehen,
ob es wirklich regnet oder ob es mein Schädel ist.
Auf dem Weg zum Fenster seines Zimmers nahm er Kleidung aus dem Schrank,
seine Uniform, und ging damit ins Bad, um sich anzuziehen. Alles war an seinem Platz.
Alles.