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II. Gesang

Als er erwachte, schien ihm, daß Schlafen nun nicht mehr viel Sinn macht,
Denn er war gar nicht mehr müde (und deshalb nur pflegt man zu schlafen).
Außerdem war er vor Durst schon ganz fürchterlich trocken im Körper
Und schien sehr intressiert daran, diesen Zustand zu ändern.
Darum verfügte er sich auf's WC, um dort Wasser zu trinken
Aus einem Wasserhahn, leider war da ein warnendes Schild dran:

Achtung!
Lesen Sie folgenden
Hinweis der Eisenbahnwerke:
Durch den Genuß dieses Wassers droht schädliche Pflanzenkeimfäule.
Bitte verhindern Sie deshalb mit Nachdruck, dass junges Gemüse
H2O dieser Güteklasse in sich aufnimmt.
Sein Sie couragiert!
Gez.: Signor Egregio
(Bahnboss)

Kloschilderschreiber der Bahn, bemerkte der Gurke mit Grausen,
Haben wohl weder die Sprache erfunden, noch Rhythmusästhetik.
So ein Banausentum, daß sowas möglich ist! Hat der Mann Töne?!
Aufgebracht ging er zurück in sein kleines Abteil dritter Klasse,
Wo er ganz unverhofft auf einen Neuzustieg traf, den er vorfand.
Wunderlich ward's ihm ums Herzchen, als er das Wesen erblickte;
Dunkelgrün lief er an, und heftig pochte sein Puls, dann
Schneller und schneller und schneller, es ratterte in seinem Körper.
Das, was er nämlich da sah, war - man staune - eine Zitrone;
Die war bestens in Schuß, beinah rund und von zartgelber Farbe.
So ein bezauberndes Mädchen wie dieses hat Hektor noch niemals,
Wirklich noch niemals gesehen, es sei denn in nächtlichen Träumen:

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Cramer: Fructode. Leseprobe

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